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Das Wachstum des
Holzes

Holz ist ein lebendiger Werkstoff. Bevor ein Baum geerntet
werden kann, hat er ein langes Leben hinter sich (mitteleurop.
Nadelhölzer etwa 100 Jahre, mitteleurop. Laubhölzer
etwa 200 Jahre).

Zum Leben benötigt der Baum Nährstoffe sowie Wasser,
Luft, Licht und Wärme. Wasser und Nährstoffe holt
sich der Baum aus der Erde, aus der Luft entnimmt er Kohlenstoffdioxid
(CO2). Mit der Energie des Sonnenlichts und dem Blattgrün
(Chlorophyll) werden Aufbaustoffe für das Wachstum (chemische
Energie in Form von Traubenzucker) und Sauerstoff, der wieder
an die Luft abgegeben wird, erzeugt.

Zusätzlich verdunstet der Baum über die Blätter
überschüssiges Wasser und befeuchtet und entstaubt
damit die Luft. Diesen Vorgang nennt man Assimilation oder,
weil Licht die nötige Energie beisteuert, auch Fotosynthese.

Weil Wälder für den Menschen und die Umwelt lebenswichtig
sind, sollten wir mit dem Werkstoff Holz sorgsam umgehen und
nicht mehr verbrauchen, als in den Wäldern nachwachsen
kann. Das unkontrollierte Abholzen der tropischen Regenwälder
ist es auch, das die Verwendung von Tropenhölzern ins
Gerede gebracht hat. Es werden aber auch in den Tropen Wälder
nach forstwirtschaftlichen Gesichtspunkten bewirtschaftet.
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Der
Aufbau des Holzes

Beim Stoffwechsel des Baumes haben vor allem die Wurzeln, die
Blätter und die äußeren Schichten des Stammes
wichtige Aufgaben. Die Wurzeln und die Blätter stellen
die Verbindung zur Erde und zur Luft her. Der Splint transportiert
das Wasser mit den nötigen Nährsalzen von den Wurzeln
zu den Blättern in der Krone. Der Bast leitet den in den
Blättern durch Fotosynthese produzierten Saft im Stamm
abwärts, wo dann im Kambium, der Wachstumsschicht neue
Holzzellen gebildet werden.Der Grobbau
des Holzes

Wenn der Baum gefällt ist, kann man auf seiner Schnittfläche
den Grobbau des Holzes erkennen. Von außen nach innen
sind zu unterscheiden:
- die Rinde - sie schützt den Baum vor Austrocknung
und Verletzungen.
- der Bast, eine zähe, faserige Schicht - er leitet
den in den Blättern produzierten Saft zu den einzelnen
Baumteilen.
- das Kambium, eine dünne, schleimige Wachstumsschicht
- hier werden die neuen Holzzellen produziert: nach außen
die Bastzellen, nach innen die Splintzellen.
- das Splintholz - es leitet Wasser und Nährsalze aus
dem Boden aufwärts in die Baumkrone. Splintholz ist
oft weich und wenig fest.
- das Kernholz - es ist bei den meisten Bäumen nicht
mehr saftführend und besteht aus verholzten Zellen.
- die Jahresringe - Frühholz (hell) und Spätholz
(dunkel) zusammen bilden einen Jahresring. An der Anzahl
der Jahresringe kann man das Alter eines Baumes ablesen.
- die Markstrahlen (Holzstrahlen) - sie transportieren den
Saft ins Stamminnere und speichern die Aufbaustoffe, die
der Baum nicht sofort verarbeiten kann.
- die Markröhre - sie führt beim Keimling Saft,
später trocknet sie aus.
Der Feinbau des Holzes

Jeder Jahresring wird durch Frühholz (im Frühjahr
gewachsen) und Spätholz (im Spätsommer gewachsen)
gebildet. Das Frühholz ist bei den meisten Bäumen
breiter als das Spätholz und hat ein weites Gewebe mit
dünnen Zellwänden. Im Spätholz werden Zellen
mit dicken Zellwänden gebildet, deshalb hat Spätholz
ein dichtes Gewebe.

Der Unterschied zwischen Frühholz und Spätholz ist
um so deutlicher, je ausgeprägter der jahreszeitliche
Rhythmus ist. Bei Tropenhölzern lassen sich die Jahresringe
deshalb nur schwer unterscheiden. Das Fehlen deutlicher Jahresring-Grenzen
ist deshalb ein Merkmal zur Erkennung von Tropenhölzern.

Weil das Frühholz weicher ist, nutzt es sich zB bei Verwendung
als Holzfußboden schneller ab, deshalb erscheinen auf
alten Dielenböden die Frühholzbereiche wie ausgewaschen.
Feinjähriges Holz (mit engen Jahresringen) wird deshalb
auch grobjährigem vorgezogen.

Weil das Wachstum durch Klimaschwankungen nicht in jedem Jahr
gleichmäßig verläuft, spiegelt jeder Baum
genau die Umweltbedingungen während seines Lebens wider.
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Schnitte
am Stamm

Die Schlägerung des Baumes erfolgt am günstigsten
während der Saftruhe (Spätherbst, Winter). Die Anfälligkeit
gegen Schädlinge und Pilze ist dann geringer. Beim Auftrennen
des Stammes kann der Schnitt zwei verschiedene Bilder zeigen:
- Radialschnitt: Dieser Schnitt
verläuft genau durch die Mitte. Die Jahresringe erscheinen
als feine parallele Streifen. In einigen Gegenden werden
Bretter mit stehenden Jahresringen als Riften bezeichnet.
- Tangential- oder Fladerschnitt:
Dieser Schnitt verläuft parallel zur Mitte wie die
Tangente am Kreis. Weil der Baum nach oben dünner wird
(wie ein Kegel) erscheinen die Jahresringe als Hyperbeln
auf der Schnittfläche. Sie werden als Flader bezeichnet
und bestimmen wesentlich die Optik eines Tangentialschnittes.
Der Feuchtegehalt
des Holzes

Der lebende Baum enthält sehr viel Wasser. Die einzelnen
Holzzellen, aber auch die sie trennenden Zellwände sind
voll mit Wasser (Zellsaft). Sie sind in ihrem maximalen Quellungszustand.
Sofort nach der Fällung beginnt die Austrocknung. Das
Wasser verdunstet nach und nach, bis sich ein Gleichgewichtszustand
zwischen Umgebungsluftfeuchte und dem Feuchtigkeitsgehalt
des Holzes einstellt. Gleichzeitig schrumpfen die Holzzellen,
man nennt diesen Vorgang Schwinden.

Dieser langsame Vorgang der Lufttrocknung wird heute bei der
Holzverarbeitung durch Trocknung in Kammern beschleunigt.
Das Holz wird herabgetrocknet bis der Feuchtegehalt der späteren
Umgebungsfeuchte am Verwendungsort ungefähr entspricht.

Doch Holz ist hygroskopisch, d.h. es hat die Eigenart Feuchtigkeit
aus der Luft aufzunehmen (zu quellen) und auch wieder abzugeben
(zu schwinden). Es besteht also ein dauernder Ausgleich zwischen
Luft- und Holzfeuchte. Und diese relative Luftfeuchte schwankt
naturbedingt im jahreszeitlichen Rhythmus. Sie ist in den
Sommermonaten höher - Holz nimmt Feuchte auf, qillt.
in den Wintermonaten niedriger - Holz gibt Feuchte ab, schwindet.

Auch aus zu nassem Bauteilen wie Unterboden, Mauerwerk oder
ähnlichem wird dem Holz Feuchte zugeführt. Daher
muss vor der Verlegung die Estrichfeuchte überprüft
werden und der Raum gut belüftet werden, um eventuell
vorhandene Baurestfeuchte abzuführen. Holz arbeitet also,
es lebt. Das gilt auch für lackierte, geölte oder
gewachste Holzoberflächen.
Quellen und Schwinden

Betrachten wir den Ausschnitt eines Baumstammes, können
wir diesem drei Hauptrichtungen zuordnen, nämlich in
Richtung des Stammes die Längsrichtung, in der Querschnittebene
die Radialrichtung und parallel zur Tangente an den Stammumfang
die Tangentialrichtung.

Das Quellen und Schwinden ist in den verschiedenen Richtungen
unterschiedlich. Im Durchschnitt verhalten sich die Schwindmaße
in der Längsrichtung zur Radialrichtung zur Tangentialrichtung
(quer zum Holzfries) wie 1 : 10 : 20. Die Werte sind bei den
einzelnen Holzarten allerdings unterschiedlich. Der Fachmann
nennt dieses Verhalten anisotrop.
Der Härtegrad
verschiedener Hölzer

Der Härtegrad einer Holzart ist ein wichtiger Hinweis
auf die zu erwartende Verschleiß- und Eindruckfestigkeit.

Die Härte von Holz kann nach dem Brinell-Verfahren bestimmt
werden. Dabei wird eine Stahlkugel mit 10 mm Durchmesser und
definierter Kraft eine fest vorgegebene Zeit lang gegen die
Holzoberfläche gepresst. Nach Ablauf der Belastungszeit
wird die Kugel zurückgefahren. Aus der Fläche des
Eindrucks und der Druckkraft lässt sich die Brinellhärte
errechnen. Je höher die Messzahl der Brinellhärte,
desto härter das Holz.

Angegebene Härten sind jedoch immer als Durchschnittswerte
zu verstehen, die tatsächlichen Werte variieren etwas,
abhängig vom Wuchsgebiet des Baumes und der Schnittart
(längs zur Faser sind alle Hölzer härter als
quer zur Faser).
Weiterführende Informationen finden Sie bei unseren
Links in der Servicezone.
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